Bericht des Aufsichtsrates


Jürgen Peddinghaus

Nach den großen Herausforderungen für Vorstand und Aufsichtsrat, aber auch für viele Mitarbeiter, infolge der Restrukturierung des Konzerns während des Jahres 2009 war Schwerpunkt der Arbeit des Aufsichtsrates im Geschäftsjahr 2010 die Begleitung des Vorstandes bei der Verfolgung des eingeschlagenen Konsolidierungskurses.

Auf den enormen Einbruch der weltweiten Flurförderzeugmärkte im Jahr 2009 folgte ab der zweiten Jahreshälfte 2010 eine schnelle Erholung der globalen Märkte. Hierauf war der Konzern aufgrund der Restrukturierung gut vorbereitet, auch wenn das Vorkrisenniveau nach wie vor weder marktseitig noch beim Unternehmensumsatz wiedererlangt werden konnte. Es gelang den Entscheidungsträgern, die Strukturen aufgrund der starken Marktbelebung sehr rasch nach oben anzupassen und somit die Dynamik in allen Märkten mitzunehmen. Dies galt nicht nur für Asien, welches von der Krise nicht so stark betroffen war. Dort wurde die Jungheinrich-Vertriebsorganisation ausgebaut und auch der Werksstandort gestärkt. In Nordamerika hat die neue, ab 1. Januar 2010 gültige Zusammenarbeit mit MCFA bereits Früchte getragen. Und schließlich ist auch das neue Werk in Landsberg (Sachsen-Anhalt) im Jahr 2010 hochgefahren worden und läuft nun auf einem stabilen Niveau. Durch die eingeleiteten Maßnahmen sowie die eingetretenen Entwicklungen konnte die Kurzarbeit an den deutschen Standorten reduziert bzw. ausgesetzt werden. Insgesamt haben die umfassend eingeleiteten nachhaltigen Kostensenkungs- und Effizienzsteigerungsmaßnahmen gut gegriffen und ein überproportionales Wachstum des Ergebnisses ermöglicht. Die entsprechenden Anstrengungen gilt es fortzusetzen.

Zu diesen Themen sowie bezüglich des übrigen operativen Geschäftes nahm der Aufsichtsrat im Berichtsjahr 2010 die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung übertragenen Aufgabenstellungen intensiv wahr. Der Aufsichtsrat hat den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens eingehend beraten und die laufende Überwachung der Geschäftsführung des Unternehmens durch den Vorstand sichergestellt. Der Aufsichtsrat wurde in sämtliche für das Unternehmen wichtige Entscheidungen frühzeitig und umfänglich eingebunden. Insbesondere berichtete der Vorstand dem Aufsichtsrat eingehend über die Strategie des Unternehmens, die Geschäftsentwicklung in den einzelnen Konzerngesellschaften, über die Finanzlage, die Personalsituation sowie über bedeutende Investitionsvorhaben und wesentliche Projekte. Intensiv befasste sich der Aufsichtsrat und der Finanz- und Prüfungsausschuss mit den wesentlichen Risiken bzw. dem Risikomanagement, dem internen Kontrollsystem, der gesetzes- und richtlinienkonformen Unternehmensführung sowie der Compliance-Organisation des Unternehmens. Die Berichte des Vorstandes wurden teils in schriftlicher, teils in mündlicher Form erteilt, wobei Abweichungen des Geschäftsverlaufes von der Planung zeitnah dargelegt und vom Aufsichtsrat anhand der übermittelten Informationen überprüft wurden. In der Konsolidierungsphase des Geschäftsjahres 2010 war besonderes Augenmerk auf die Erhaltung der Konzernfinanzierung bei anspringenden Märkten zu legen. Auch diese Aufgabe ist dem Management erfolgreich gelungen. Der Aufsichtsratsvorsitzende und die Vorsitzenden der Ausschüsse haben mit dem Vorstand fortlaufend auch außerhalb von Sitzungen des Aufsichtsrates und seiner Ausschüsse zahlreiche Themen zeitnah beraten und Entscheidungen des Aufsichtsrates sowie seiner Ausschüsse vorbereitet.

Folgende Themen bildeten Schwerpunkte der Aufsichtsratstätigkeit im Berichtszeitraum. Diese wurden in sechs ordentlichen Sitzungen und einer außerordentlichen Sitzung behandelt.

Im Zentrum der ersten Sitzung des Aufsichtsrates am 16. Februar 2010 standen die Diskussion über die durch den Vorstand ausgearbeitete Aktualisierung der Konzern-Strategie, die Durchsprache des neuen Vergütungsmodells für den Vorstand sowie die Wiederbestellung des Vorstandes Technik, Herrn Dr. Rosenbach, für weitere drei Jahre ab 1. Januar 2011.

Die außerordentliche Sitzung am 12. März 2010 befasste sich fast ausschließlich mit dem neuen Vergütungsmodell für den Vorstand, welches mehrheitlich mit Wirkung ab 1. Januar 2011 beschlossen wurde. Der Aufsichtsrat hat sich sehr eingehend mit den Anforderungen und Möglichkeiten eines neuen Vergütungssystems befasst und sich mit externen Spezialisten hierzu beraten.

Schwerpunkt der Bilanzsitzung am 7. April 2010 war im Beisein der Jahresabschlussprüfer die eingehende Durchsprache des Jahres- sowie des Konzernabschlusses der Jungheinrich AG zum 31. Dezember 2009 und deren Billigung. Hierzu berichtete der Finanz- und Prüfungsausschuss umfassend über seine vorangegangene Analyse der Prüfberichte der Jahresabschlussprüfer. Die Jahresabschlussprüfer berichteten dem Aufsichtsrat über ihre wesentlichen Prüfungsergebnisse. Auch wurden der Bericht des Aufsichtsrates sowie der Corporate-Governance-Bericht von Vorstand und Aufsichtsrat an die Hauptversammlung diskutiert und verabschiedet. Die aktualisierte Unternehmensstrategie wurde genehmigt und das weitere Vorgehen zur Effizienzprüfung des Aufsichtsrates abgestimmt.

In der Sitzung des Aufsichtsrates im Anschluss an die Hauptversammlung am 15. Juni 2010 wurden die neuen, ab 1. Januar 2011 gültigen Vorstandsdienstverträge verabschiedet und Herr Frey für weitere vier Jahre mit Wirkung ab 1. Mai 2011 zum Vorsitzenden des Vorstandes bestellt.

In der Sitzung am 14. September 2010 wurde Herr Frey erneut zum Arbeitsdirektor bestellt.

Die Sitzungen am 17. November und 7. Dezember 2010 waren von der Diskussion und Genehmigung der Planung für das Geschäftsjahr 2011 geprägt. In der Sitzung am 7. Dezember 2010 wurde neben mehreren Entscheidungsvorlagen zudem der Vorschlag an die Hauptversammlung 2011 über die Verabschiedung eines neuen Vergütungssystems für den Aufsichtsrat beschlossen. In der Sitzung befasste sich der Aufsichtsrat außerdem – aufgrund entsprechender Vorarbeit durch den Finanz- und Prüfungsausschuss – mit den Empfehlungen und Anregungen des Mitte 2010 überarbeiteten Corporate Governance Kodexes und verabschiedete seine jährliche Erklärung hierzu. Zudem wurden die Ergebnisse der im Berichtsjahr durchgeführten Effizienzprüfung des Aufsichtsrates und einzelne Anregungen zur weiteren Verbesserung der Aufsichtsratsarbeit eingehend durchgesprochen und abgestimmt.

In sämtlichen Sitzungen des Aufsichtsrates bzw. seiner Ausschüsse und bei allen Beschlussfassungen war eines der wesentlichen Kriterien die Sicherstellung des langfristigen Wohles des Unternehmens und seiner Mitarbeiter. Bei aller Unterschiedlichkeit der Standpunkte waren die Argumente und Diskussionen stets geprägt von dem Willen, die für das Unternehmen und seine Mitarbeiter langfristig besten Lösungen zu erzielen.

Die Ausschüsse des Aufsichtsrates bestanden in Teilen des Berichtszeitraumes in unveränderter Zusammensetzung fort. Der Paritätische Ausschuss musste auch im Berichtszeitraum nicht einberufen werden. Der aus drei Mitgliedern bestehende Finanz- und Prüfungsausschuss hat im Berichtsjahr erneut häufig getagt und in sechs Sitzungen sämtliche ihm nach Satzung und Geschäftsordnung übertragenen Aufgaben in effizienter und transparenter Weise erfüllt, überwiegend zur Vorbereitung von Entscheidungen des Gesamtaufsichtsrates, teilweise aber auch in eigenständiger Entscheidungskompetenz.

Der aus fünf Mitgliedern bestehende Personalausschuss trat im Jahr 2010 zu fünf ordentlichen und drei außerordentlichen Sitzungen zusammen. Die beiden im Dezember 2006 eingesetzten Ausschüsse (Neubau Hauptverwaltung und USA-Ausschuss) setzten ihre Tätigkeit bis Mitte 2010 fort und wurden dann aufgrund der Erledigung ihrer jeweiligen Aufgaben aufgelöst.

Über die Inhalte und Beschlussfassungen aller Ausschuss-Sitzungen wurde in der jeweils folgenden Sitzung des Aufsichtsrates durch die Vorsitzenden der Ausschüsse ausführlich berichtet.

Der durch den Vorstand aufgestellte Jahresabschluss zum 31. Dezember 2010 und der Lagebericht der Jungheinrich AG sowie die Buchführung für das Jahr 2010 wurden erneut von der Deloitte & Touche GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Hamburg, geprüft. Die Abschlussprüfer haben gegen den Jahresabschluss keine Einwände erhoben und dies in ihrem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk bestätigt.

Der Konzernabschluss zum 31. Dezember 2010 und der Konzernlagebericht wurden durch dieselben Abschlussprüfer geprüft und ebenfalls mit ihrem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen.

Der Finanz- und Prüfungsausschuss hat die Jahresabschlussunterlagen unter Berücksichtigung der Prüfungsberichte der Abschlussprüfer und in ständiger Abstimmung mit diesen geprüft und dem Aufsichtsrat hierüber eingehend berichtet. Diese Unterlagen lagen auch dem gesamten Aufsichtsrat vor und wurden von ihm unter Berücksichtigung des Berichtes des Finanz- und Prüfungsausschusses geprüft. Dasselbe trifft auf den Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstandes zu. Die den Jahres- und Konzernabschluss unterzeichnenden Wirtschaftsprüfer nahmen an der Sitzung des Aufsichtsrates am 17. März 2011 zu dem betreffenden Tagesordnungspunkt teil und berichteten in dieser Sitzung detailliert und abschließend über die Ergebnisse ihrer Prüfung des Jahres- und Konzernabschlusses. Des Weiteren berichteten die Abschlussprüfer darüber, dass das interne Kontrollsystem, das Risikomanagement-System und das Compliance-System nicht zu beanstanden waren.

Auf Basis seiner eigenen eingehenden und abschließenden Prüfung des Jahresabschlusses, des Lageberichtes, des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichtes hatte der Aufsichtsrat gegen diese Abschlüsse keine Einwendungen und stimmte dem Ergebnis der Prüfung durch die Abschlussprüfer zu. In seiner Sitzung am 17. März 2011 billigte der Aufsichtsrat den Jahresabschluss und den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2010. Der Jahresabschluss ist damit festgestellt. Der Aufsichtsrat schließt sich dem Vorschlag des Vorstandes für die Verwendung des Bilanzgewinnes des Geschäftsjahres 2010 an.

Personelle Veränderungen im Aufsichtsrat im Berichtszeitraum sind nicht zu berichten. Die Verträge für Herrn Frey als Vorsitzender des Vorstandes sowie Herrn Dr. Rosenbach als Vorstand Technik wurden um vier bzw. drei Jahre verlängert.


Hamburg, den 17. März 2011
Für den Aufsichtsrat

Unterschrift

Jürgen Peddinghaus
Vorsitzender

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